Parodontitis in der Menopause begünstigt Brustkrebs

von Dr. Ralph Wilke

Parodontitis in der Menopause begünstigt Brustkrebs

Frauen, die nach den Wechseljahren an Parodontitis erkranken, haben ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko, besonders wenn sie in der Vergangenheit geraucht haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Beobachtungsstudie der Universität Buffalo. Das Team um Jo Freudenheim erkundete, ob es eine Verbindung zu Brustkrebs gibt.

Insgesamt 73.737 Frauen jenseits der Menopause wurden untersucht. Während der Beobachtungszeit von 6,7 Jahren erkrankten 2.124 an einem Mammakarzinom. Insbesondere Frauen mit Parodontitis, die in den vergangenen 20 Jahren das Rauchen aufgegeben hatten, hatten ein 36-mal höheres Brustkrebsrisiko.

Bei Raucherinnen mit Parodontitis war es um 32 Prozent erhöht. Bei Frauen, die noch nie geraucht hatten, lag das Risiko bei sechs Prozent. Eine mögliche Ursache: Die mit einer Parodontitis verbundene Entzündung wirkt auf das Brustgewebe ein. Die Mundflora von Rauchern und Nichtrauchern unterscheidet sich signifikant und die Parodontitis führt dazu, dass immer wieder Bakterien in den Kreislauf gelangen. Ob dies die Entwicklung eines Mammakarzinoms fördert, können die Forscher jedoch noch nicht erklären.

"Periodontal Disease and Breast Cancer: Prospective Cohort Study of Postmenopausal Women", in Journal Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention

Quelle: ZM 106, 16.02.2016

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